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Gesundheit und Krankheit

Was überhaupt versteht man unter den Begriffen „Gesundheit“ und „Krankheit“. Was ist noch „gesund“ und was ist schon als „krank“ zu bezeichnen. Nach der einschlägigen Definition der World Health Organisation (WHO/Weltgesundheitsorganisation) z.B. wird „Gesundheit“ als ein Zustand vollkommenen körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens beschrieben. Vollkommenheit wird also gefordert, und zwar in allen drei wesentlichen Bereichen menschlichen Seins: für den Körper, die Psyche und das zwischenmenschliche Miteinander. Wie illusionär diese Anforderung an den Begriff „Gesundheit“ ist, ist unschwer zu erkennen, wären doch 95 und mehr % der Weltbevölkerung demnach als krank einzustufen.
„Gesundheit“ ist scheinbar nur schwer und wenn, dann nur profan zu umschreiben. Vielmehr hängt der Zustand der „Gesundheit“ von höchst subjektiven Einstellungen und Empfindungen des Einzelnen ab. So kann sich ein organisch nachweislich kerngesunder Mensch sterbenskrank und hundeelend und ein von Krankheit Gezeichneter sichtlich wohl und hochzufrieden fühlen. Ebenso oberflächlich, wenn auch üblich ist die landläufige Meinung, dass jemand schon gesund sei, weil ihm symptomatische Anzeichen von Krankheit fehlen. Was Gesundheit wirklich ausmacht ist offensichtlich gar nicht so einfach zu klären.
Vielleicht hilft es, sich dem Antonym, dem Begriff der „Krankheit“ zuzuwenden. Nach modernen medizinischen Vorstellungen wird Krankheit durch äußere oder somatische Ursachen hervorgerufen und dementsprechend bekämpft. Nachdem es insofern gelungen ist, ein Krankheitssymptom zum Verschwinden zu bringen, gilt ein vorher von Krankheit Betroffener als geheilt und demnach wieder als gesund. Jedoch ist das Wesen von Krankheit nicht nur rein körperlich-materieller Art, da der Mensch in Wahrheit nicht „nur“ aus seinem Körper, sondern vielmehr aus dem diesen belebenden Seele-Geist besteht. Anton Stangl bringt es in seiner Veröffentlichung über geistiges Heilen auf den Punkt, indem er dort sagt: „Der von der Seele belebte Körper ist ja nur die nach außen sichtbare Hülle unseres Geistes, der alle unsere körperlichen Funktionen lenkt und steuert. […] Die Krankheit ist also am Ende immer nur geschwächte oder sich zurückziehende Lebenskraft, ist Unordnung in uns, gleichgültig ob viel oder wenig Lebenskraft da ist.“ (STANGL, Anton. 1980: Heilen aus geistiger Kraft. Ein Econ-Ratgeber zur Aktivierung innerer Energien. 1. Auflage Düsseldorf, Wien: Econ, S. 22) (Hervorhebungen wie im Original).
Stangl schlägt über diese Krankheitsdefinition eine Brücke hin zu einer ganzheitlichen, den geistig-seelischen Aspekt ausreichend betonenden, Umschreibung von Gesundheit, der sich Michael Kuhn aus eigener Erfahrung uneingeschränkt anschließen kann:
„Gesundheit ist Ordnung in unserem inneren Wesen, ist Harmonie und innere Einheit, ist Übereinstimmung mit den Gesetzen des Lebens, ist ungehindertes, freies Fließen des Lebensstroms im Körper und in Seele-Geist.
[…] Ist das der Fall, dann ist auch der vom Geist geprägte Körper als seine äußere Hülle in Ordnung, alle seine Funktionen verlaufen im Wesentlichen ungestört. Der Mensch ist »gesund«.“
(STANGL, Anton. 1980 : Heilen aus geistiger Kraft. Ein Econ-Ratgeber zur Aktivierung innerer Energien. 1. Auflage Düsseldorf, Wien: Econ, S. 23)
© Kuhn, 2007

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